Vetoquinol: Corona und Übernahmen – Update Aktienanalyse

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Unsere Analyse zu Vetoquinol haben wir zwar erst im Dezember 2019 veröffentlicht, allerdings gab es seitdem durch große Übernahmen, Corona und den Q1 Zahlen genügend Gründe, um bereits jetzt ein Update zu veröffentlichen.

Quelle: Vetoquinol FY 2019 Presentation

Analysenupdate als Video

Unser vollständiges Update findest du dieses Mal als Video auf unserem YouTube-Kanal. Du kannst es dir jedoch von hier direkt ansehen:

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Die wichtigsten Punkte haben wir dir jedoch unten schriftlich zusammengefasst.

Q1 Zahlen

Vetoquinol konnte im ersten Quartal von 2020 durchaus ein starkes Wachstum aufweisen, was jedoch hauptsächlich durch die Vorratsbildung ihrer Distributoren in Vorbereitung der Einschränkungen durch Corona zu erklären ist. Zudem konnte man Clarion Biociencias erfolgreich integrieren und sieht auch der Übernahme von den Produkt- und Vertriebsrechten der Medikamente Drontal und Profender von Elanco positiv entgegen. Elanco musste sich im Nachgang der Bayer Animal Health Übernahme von gewissen Produkten innerhalb von Europa trennen und erzielte beim Verkauf von Drontal und Profender an Vetoquinol einen Umsatzmultiple in der Range von 2,2 – 2,8. Gemessen am Umsatzmultiple von 4,2, den Elanco für die Bayer Animal Health Sparte bezahlt hat, erscheint dies für Vetoquinol recht günstig. Die hohen Cashreserven erscheinen auf den ersten Blick sehr positiv, allerdings werden diese in H2 2020 für die Bezahlung der Übernahme benötigt. Da man sonst jedoch über kaum erwähnenswerte Verbindlichkeiten verfügt, sollte die Finanzlage des Unternehmens nicht gefährdet sein.

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Akquisition Patente für Drontal und Profender

Wie bereits beschrieben fiel der Kaufpreis, gemessen am Umsatz, für Vetoquinol auf den ersten Blick sehr vorteilhaft aus. Spannend bleibt hier, ob man tatsächlich die Versprechungen von kontinuierlichen Umsätzen und besonders Gewinnsteigerungen halten kann. Eine Übernahme in diesem Volumen ist für ein Unternehmen von der Größe von Vetoquinol definitiv eine große Herausforderung, welche sich jedoch allein durch das starke Umsatzwachstum auszahlen könnte.

Nach der Übernahme von Clarion baut man nun auch im Bereich der „Companion Animals“ (Haustiere) ihre Position im Bereich der Antiparasitika aus, der vom Management als strategisch wichtig erachtet wird, um sich weiter vom damals wichtigen Geschäft mit Impfstoffen unabhängig zu machen.

Auswirkungen der Corona-Pandemie

Temporär ist man durch die liquiden Mittel, die für die Transaktion in der zweiten Hälfte von 2020 benötigt werden, finanziell solide aufgestellt und kann somit Corona-bedingte Umsatzrückgänge verkraften, mit denen für Q2 und wahrscheinlich darüber hinaus zu rechnen ist. Langfristig sollten sich die Auswirkungen für Vetoquinol in Grenzen halten, sofern man unter den aktuellen Beschränkungen die Produktion und Forschung aufrechterhalten kann. Das Management hat vielfältige Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und des Unternehmens in Kraft gesetzt und arbeitet nun an Plänen zur „Normalisierung“ der Unternehmenstätigkeit, wenn es zu entsprechenden Lockerungen kommt.

Fazit

Auch wenn davon auszugehen ist, dass sich die Corona-Pandemie 2020 in den Zahlen bemerkbar machen wird, sollte man als Investor über diesen Zeitraum hinausblicken, sofern der unmittelbare Fortbestand des Unternehmens nicht gefährdet ist. Hund, Katze und Pferd und besonders Nutztiere benötigen trotz Corona eine zuverlässige medizinische Versorgung und auch finanziell werden wohl die wenigsten tatsächlich an der Medikation, sondern wenn überhaupt eher am Futter ihrer Tiere sparen, so dass die mittel- und langfristigen Perspektiven ungebrochen gut sind.

Kritischer sollte man meiner Meinung nach die Übernahme von Clarion und den Medikamenten Drontal und Profender betrachten. Auch wenn man sich durch die Zukäufe im Bereich der Antiparasitika stark positionieren konnte, zahlte man doch optimistische Umsatzmultiples, die entsprechend wieder verdient werden müssen und einen signifikanten Einfluss auf ihre Bilanz haben. Verlässliche Zahlen sind in diesem Zusammenhang jedoch frühestens mit dem Jahresbericht zum Geschäftsjahr 2020 zu erwarten.

Da ich den Sektor der Veterinärpharmazie bei etwa gleichem Potenzial risikoärmer im Vergleich zur Humanpharmazie einschätze, bleibe ich bei Vetoquinol investiert, da sie trotz der Übernahmen finanziell zu den eher konservativen Playern gehören und operativ Verbesserungspotenzial bieten, was entsprechend in einer Höherbewertung enden könnte.

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Felix Alexander Müller

Zur Veröffentlichung hält mindestens einer der Autoren Aktien des analysierten Unternehmens.

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