Thorbens Depotabschluss 2019

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Thorbens Depotabschluss 2019

Wir haben uns dazu entschieden, das Jahr 2019 in separaten Beiträgen Revue passieren zu lassen. Wir wollen dabei unter anderem auf unsere erzielte Performance eingehen, getroffene Kauf- oder Verkaufsentscheidungen hinterfragen und auch einen Ausblick auf das nun kommende Jahr 2020 geben.

Rückblick

2019 war für mich ein sehr erfolgreiches Jahr. Zu Beginn eines jeden Jahres setze ich mir Ziele, die mich persönlich, aber auch mein Depot kontinuierlich voran bringen sollen. Ich freue mich sehr darüber, dass ich dieses Jahr sämtliche dieser Ziele erreichen konnte, zu denen übrigens auch die erfolgreiche Umsetzung dieses Blogs gehörte. Aber der Reihe nach…

  • Sparquote – Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, einen bestimmten Prozentsatz meines Gehalts auf das Verrechnungskonto meines Depots zu übertragen. Seit mehreren Jahren führe ich nun schon ein Haushaltsbuch, durch das ich einen Überblick meiner Ausgaben erhalte und das mir hilft, diese zu optimieren und einzuschätzen. Für 2019 hatte ich mir das Ziel gesetzt, mindestens 70% meines Einkommens sparen und anschließend investieren zu wollen. Eine Sparquote, durch die ich durchaus dazu gezwungen bin achtsam mit meinem Geld umzugehen, die gleichzeitig aber auch genügend Spielraum für Hobbys, Freizeit oder auch die ein oder andere Reise lässt.
  • Bildung – Eine weitere Gewohnheit von mir ist das regelmäßige Lesen von Fachbüchern, um ein besseres Verständnis für Themengebiete zu erlangen, die mich zu dem jeweiligen Zeitpunkt interessieren oder beschäftigen. In den vergangenen Jahren habe ich beispielsweise viel über Aktieninvestments gelesen und so mein Wissen rund um dieses Thema vertieft. Für 2019 hatte ich mir vorgenommen, mehr über Persönlichkeitsentwicklung lesen zu wollen. Was haben erfolgreiche Menschen wie Warren Buffett, Jeff Bezos oder Bill Gates gemeinsam? Wie kann ich diese Gemeinsamkeiten in mein Mindset integrieren? Wie beeinflusst mein Handeln nach diesen Gemeinsamkeiten den späteren Erfolg? Besonders gefallen hat mir dies bezüglich das Buch: „One Thing: Die überraschend einfache Wahrheit über außergewöhnlichen Erfolg“ von Gary Keller und Jay Papasan. „Die überraschend einfache Wahrheit“… Sie ist es tatsächlich und doch erwischt man sich immer wieder dabei, wie man gegen diese verstößt: Fokussierung. Bill Gates zieht sich dafür beispielsweise 1-2 mal im Jahr in eine abgeschiedene Waldhütte zurück, dessen Aufenthaltsort nur wenigen Personen bekannt ist. Dort denkt er dann ungestört und fokussiert über Probleme nach, die ihn gerade beschäftigen und für die er Lösungen sucht. Auch wenn das natürlich ein extremes Beispiel für ungestörte Fokussierung ist, hilft diese einem sehr, insgesamt bessere Ergebnisse zu erzielen.
  • Blog – Ich habe schon lange damit geliebäugelt, einen Blog zum Thema Investments betreiben zu wollen. So richtig hat mir jedoch der Anstoß gefehlt, tatsächlich zu beginnen. Als Felix mich dann Anfang des Jahres angesprochen hatte, ob wir nicht gemeinsam einen Blog starten wollen, auf dem wir unsere Analysen veröffentlichen können, war ich direkt von der Idee begeistert und schnell war für mich klar, dass die Umsetzung dieses Blogs ein größeres Ziel für mich bzw. uns sein würde. Felix und ich kennen uns bereits einige Jahre, in denen wir uns immer wieder über unsere Investmentideen austauschen. Unsere Erwartungen an diesen Blog wurden bereits nach kurzer Zeit deutlich übertroffen, was uns sehr freut und auch zukünftig darin bestärkt, unsere Ideen und Analysen hier zu veröffentlicht. Ein großer Dank gilt dabei natürlich euch, die unsere Inhalte regelmäßig lesen und uns immer wieder positives Feedback zukommen lassen.

Mein Depot

Mein Depot hat sich in 2019 hervorragend entwickelt und so konnte ich in allen Bereichen persönliche Rekorde erzielen. Ich habe noch nie so viel Geld in einem Jahr investieren können, wie in 2019. Den größten Anteil daran hatte die bereits erwähnte Sparquote in Höhe von 70%. Zusätzlich konnte ich noch zwei kleinere Sonderzahlungen tätigen, die jedoch keiner Regelmäßigkeit unterliegen und in 2020 nicht zu erwarten sind.

Bei den Dividenden konnte ich ebenfalls eine persönliche Bestmarke erreichen. Die in 2019 unterjährig getätigten Käufe haben in Verbindung mit den Dividendenerhöhungen der Bestandsunternehmen für eine signifikante Steigerung meiner Erträge, sowohl Brutto als auch Netto, gesorgt. Positiv haben sich insbesondere die (Nach-)Käufe von British American Tobacco, der Bank of Nova Scotia oder Wells Fargo auf die Erträge ausgewirkt, die eine recht hohe Dividendenausschüttung haben. Unterm Strich konnte ich so meine Dividenden mehr als verdoppeln. In 2019 unterjährig getätigte Käufe dürften sich, bei gleichbleibenden Dividendenzahlungen seitens der Unternehmen und ohne weitere Zukäufe, signifikant auf die zukünftige Ertragsentwicklung meines Depots auswirken.

* kein volles Kalenderjahr
** Prognose unter Berücksichtigung der unterjährig getätigten Investments (2019), jedoch ohne etwaige Zukäufe in 2020

Schlussendlich konnte ich auch bei der Performance eine persönliche Bestmarke aufstellen. Nach gezahlten Gebühren und Steuern auf realisierte Kursgewinne /-verluste habe ich eine Rendite in Höhe von +34,0% erzielen können. Bei der Berechnung der Rendite verwende ich den internen Zinsfuß, der unterjährige Zahlungen berücksichtigt und damit ein aussagekräftiges Ergebnis liefert. Seit Beginn des Depotaufbaus im August 2014 beläuft sich die durchschnittliche Rendite auf 14,65% pro Jahr.

Um mein Ergebnis besser einschätzen und den dafür notwendigen Zeitaufwand rechtfertigen zu können, vergleiche ich die Performance kontinuierlich mit zwei unterschiedlichen Indizes. Auf der einen Seite vergleiche ich die erzielte Rendite wegen meines hohen US-Anteils mit dem S&P 500 TR (total return = inkl. Dividenden), auf der anderen Seite wegen meines globalen Investmentschwerpunkts in entwickelte Industrieländer, mit dem MSCI World GDTR, der ebenfalls Dividendenzahlungen berücksichtigt.

*kein volles Kalenderjahr

Im Vergleich zu den genannten Indizes habe ich dieses Jahr deutlich besser abgeschnitten und konnte so die schwächeren Jahre zuvor mehr als ausgleichen. Wichtig ist mir jedoch das langfristige Ergebnis und nicht das eines einzelnen Jahres. Über einen Zeitraum von nun knapp 5,5 Jahren konnte ich gegenüber dem S&P 500 eine Outperformance von knapp 2,8% p.a. erzielen, gegenüber dem MSCI World sind knapp 4,5% pro Jahr. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, insbesondere unter der Berücksichtigung, dass meine Rendite nach gezahlten Gebühren und Steuern berechnet wurde, was bei den beiden Vergleichsindizes keine Berücksichtigung findet.

Viele meiner Investmentideen sind in 2019 aufgegangen und so habe ich tatsächlich zum Jahresende keine Aktie mit Buchverlusten im Depot. Besonders hat mich die positive Entwicklung bei der Walt Disney Company gefreut, meinem derzeit größten Investment, welches ich verstärkt in 2018 aufgebaut habe. Seinerzeit war Walt Disney historisch günstig bewertet und viele standen dem Unternehmen kritisch gegenüber. Es ist ein gutes Gefühl, wenn die eigenen Überlegungen aufgehen und man anschließend von den getroffenen Entscheidungen profitieren kann. Heute wird Walt Disney deutlich positiver wahrgenommen, was sich entsprechend an der Kursentwicklung gezeigt hat und in 2019 mein größter Renditebringer war.

Meine größten Käufe waren dieses Jahr Wells Fargo, Novo Nordisk und British American Tobacco, die sich bereits vielversprechend entwickelt haben. Während meine Käufe insgesamt sehr gut getimt waren, hatte ich bei meinen Verkäufen weniger Glück und darin liegt auch eines meiner Learnings in 2019. Meine Starbucks Anteile habe ich verkauft, obwohl ich von diesem Unternehmen grundsätzlich überzeugt war bzw. auch noch bin. Die sehr hohe Bewertung hat mich jedoch in Verbindung mit den geringen Wachstumsaussichten von meinem Investment Abstand nehmen lassen, da ich eine fällige Kurskorrektur erwartet habe. Diese ist ausgeblieben und so bleibt am Ende, dass teure Unternehmen auch noch teurer werden können und ein Einstieg zu günstigeren Kursen nicht garantiert werden kann.

Neben Starbucks habe ich auch meine Calavo Growers Anteile verkauft, die ich wegen dubiosen Firmenbeteiligungen des CEOs gegeben habe. Diese haben sich zwar weiterhin gut entwickelt, ich fühle mich mit dem Verkauf jedoch nach wie vor wohl, so dass ich von einer richtigen Entscheidung spreche. Dann gab es noch den Teilverkauf meiner Eurofins Anteile im Zuge des Hackerangriffs auf das Unternehmen. Hier bin ich nach wie vor nicht sicher, ob es nun klug gewesen ist, sich von der Hälfte der Anteile zu trennen oder ob ich nicht doch zu kurzfristig gedacht habe. Stand jetzt hat das Unternehmen den Hackerangriff schadlos überstanden, allerdings war das durch das mangelhafte Kommunikationsverhalten derer Investor Relations nicht wirklich abzusehen. Am Ende bleibt eine Entscheidung, die unter die Bewertung des damaligen Chancen- /Risikoverhältnisses fällt.

*kein volles Kalenderjahr

Unterm Strich konnte ich meinen Depotwert erheblich steigern, was sich zukünftig bei den Erträgen, aber auch bei den Kursbewegungen bemerkbar machen wird. So kommt es immer häufiger vor, dass die täglichen Kursbewegungen das Volumen meines Monatsgehalts übersteigen, was ich jedoch als positives Zeichen werte. Insgesamt wurden meine Erwartungen an das Börsenjahr 2019 deutlich übertroffen.

Meine Ziele und Erwartungen in 2020

Was setzt man sich nach einem solch erfolgreichen Jahr für Ziele? Meine Sparquote von 70% möchte ich auch in 2020 aufrechterhalten, mit der ich mein Depot weiter ausbauen werde. Durch eine leichte Gehaltserhöhung von etwa einem Prozent ab März 2020 dürfte ich die Sparleistung gegenüber 2019 marginal verbessern können. Etwaige Sonderzahlungen habe ich dabei außer Acht gelassen. Ein Renditeziel setze ich mir nach der erreichten Performance in 2019 bewusst nicht, da ich dies bezüglich lediglich spekulieren würde. So kann ich mir auf der einen Seite durch den Stimulus der Notenbanken und dem Mangel alternativer Investmentmöglichkeiten weiter steigende Kurse vorstellen, auf der anderen Seite halte ich aber auch eine deutliche Kurskorrektur wegen des hohen Bewertungsniveaus für realistisch. Mir ist wichtig, bei den Einzahlungen Kontinuität zu haben, um damit mein Depot sukzessiv weiter ausbauen zu können.

Bezüglich meiner Lesegewohnheiten möchte ich mich mehr auf den Bereich Selbstständigkeit und Unternehmertum konzentrieren. Das hat mich schon immer sehr interessiert und perspektivisch könnte ich mir durchaus auch vorstellen, selbst ein Unternehmen zu gründen. Dieses Wissen dürfte unter anderem auch dabei helfen, einen weiteren Blickwinkel auf potenzielle Investments in vielversprechende Unternehmen zu erlangen.

Des Weiteren möchte ich mich besonders auf diesen Blog fokussieren, der mir nicht nur dabei hilft meine Anlageentscheidung insgesamt auf ein höheres Niveau zu heben, sondern mich auch persönlich voran bringt. Bereits jetzt konnte ich durch den Blog vieles lernen. Am meisten freue ich mich jedoch über den Austausch mit euch, sei es hier direkt auf dem Blog, über Social Media, E-Mail oder sogar persönlich. Daher habe ich mir auch zum Ziel gesetzt, sowohl die Invest in Stuttgart als auch das Finanzbarcamp in Hamburg wieder besuchen zu wollen.

Was sind eure Ziele?

Mich würde nun natürlich interessieren, was eure Ziele für das kommende Jahr sind. Setzt ihr euch Ziele oder lasst ihr es lieber entspannt auf euch zukommen? Was wollt ihr in 2020 erreichen? Schreibt dazu doch gerne einen Kommentar.

Mit freundlichen Grüßen
Thorben

Thorben Grabinski

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