Kinaxis Aktienanalyse – cloudbasiertes Lieferkettenmanagement aus Kanada

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Ich möchte euch heute mit Kinaxis ein Unternehmen vorstellen, das in Deutschland noch relativ unbekannt ist, für langfristig orientierte Anleger jedoch vielversprechend sein könnte. Kinaxis ist ein kanadischer Softwareanbieter, der seinen Kunden bei der Planung und Optimierung derer Lieferketten hilft. Kinaxis hat für seine Softwarelösungen viele Auszeichnungen erhalten und kann Unternehmen wie Procter&Gamble, Unilever oder Lockheed Martin zu seinen Kunden zählen. In der folgenden Aktienanalyse werde ich detaillierter auf Kinaxis eingehen und hoffe euch ein interessantes Unternehmen vorstellen zu können.

Kinaxis Aktie Chartverlauf seit 2014

Kinaxis wurde bereits vor etlichen Jahren in Ottawa, Kanada, gegründet. Nach drei Jahrzehnten anhaltenden Wachstums entschied sich Kinaxis für den Gang an die Börse und feierte schließlich am 14. Juni 2014 deren IPO. Die anschließende Kursentwicklung ist hervorragend und brachte investierten Anlegern ein jährliches Kurswachstum in Höhe von 55,10 % pro Jahr ein. Ob bei Kinaxis auch in Zukunft ähnliches Kurspotenzial vorhanden ist, werde ich im Verlauf der Aktienanalyse prüfen.

Kinaxis Aktienanalyse – Qualitativer Teil

Produkt- und Marktposition

Kinaxis ist ein innovativer Lösungsanbieter für die Planung und Optimierung komplexer Lieferketten. Produzierende Unternehmen sind in der Regel auf viele unterschiedliche Zulieferer angewiesen, welche die notwendigen Ressourcen für die laufende Produktion liefern. Ein gutes Beispiel dafür ist die Automobilindustrie. Ein Auto besteht heutzutage aus bis zu 10.000 Einzelteilen, die jedoch nicht ausschließlich vom Hersteller selbst produziert werden, so unter anderem Autoreifen oder Airbags. Es ist von essentieller Wichtigkeit, dass es während der laufenden Montage zu keinen Lieferengpässen kommt. Nichts ist schlimmer, als wenn die Produktionsbänder stillstehen, weil wichtige Bestandteile fehlen bzw. nicht geliefert werden können. Einen solchen Lieferengpass konnten wir erst kürzlich in vielen Bereichen während der Corona-Krise beobachten, Stichwort Klopapier.

Abhilfe schafft das innovative Produktangebot von Kinaxis, welches die hohen Anforderungen aufgreift und entsprechende Lösungen bereitstellt. Die Plattform von Kinaxis umfasst übergeordnet die ganzheitliche Planung und Optimierung von Lieferketten, im Detail u.a. die Planung und Organisation der Anlieferung, die Bedarfsplanung oder Inventar-Management. Zu hohe Lagerbestände benötigen beispielsweise erhebliche Lagerkapazitäten und verursachen dadurch hohe Lagerkosten, während zu niedrige Lagerbestände die stetige Gefahr eines Produktionsstops bergen und damit verbunden womöglich den Kunden durch längere Lieferzeiten verärgern. Kinaxis selbst gibt an, dass die durchschnittlichen Lagerbestände derer Kunden um 7% gesenkt werden konnten, bei einer zeitgleich mehr als halbierten Lagerdauer (-60%).

Auch volatile Bestellzyklen können intelligent und automatisiert gesteuert werden, wenn beispielsweise durch eine Großbestellung plötzlich erhöhter Bedarf an notwendigen Ressourcen besteht. Künstliche Intelligenz hilft dabei die fortlaufend gesammelten Daten auszuwerten und so den Bedarf oder auftretende Zyklen frühzeitig zu erkennen.

Im Detail unterscheidet sich Kinaxis hauptsächlich durch eine neu gedachte und innovative Art der Lieferkettensteuerung von seinen Mitbewerbern, gebündelt und cloudbasiert auf der eigenen Plattform „RapidResponse„. Während in der herkömmlichen Steuerung mehrere Schritte aufeinander folgend abgearbeitet werden müssen, greifen diese Schritte bei Kinaxis wie ein Uhrwerk ineinander. Dieses Uhrwerk arbeitet mit Hilfe von künstlicher Intelligenz deutlich produktiver, zeitsparender und äußerst kosteneffizient, da die jeweiligen Daten für Bedarf und Lagerbestand (uvm.) in Echtzeit analysiert werden und zur Entscheidungsfindung herangezogen werden.

Quelle: http://kinaxis2020ir.q4web.com/overview/default.aspx

Auf folgende Branchen ist das Produktangebot hauptsächlich ausgerichtet:

  • Aerospace and Defence
  • Automotive
  • Consumer Products
  • High-Tech and Electronics
  • Industrial
  • Life Science
  • Retail

Innerhalb dieser Branchen konnte Kinaxis bereits das Vertrauen zahlreicher renommierter Unternehmen gewinnen, von denen ihr eine kleine Kostprobe auf folgender Grafik bekommt:

Kinaxis Aktienanalyse - Auswahl einiger Kunden
Quelle: https://www.kinaxis.com/en

Kunden werden langfristig an Kinaxis gebunden. Die Verträge werden mit einer Laufzeit von 2-5 Jahren ausgehandelt und sorgen so für Planungssicherheit auf beiden Seiten. Kinaxis verweist in der aktuellen Investor Präsentation zudem auf eine positive „Net-Revenue-Dollar-Retention-Rate“ von über 100%, die ein positives Umsatzwachstum aus bestehenden Kunden widerspiegelt. Die Bestandskunden sind demnach mit den Leistungen von Kinaxis zufrieden und buchen weitere Leistungen respektive größere Pakete hinzu. Das ist insbesondere in Anbetracht des laut Gartner im Peergroup-Vergleich höheren Preisniveaus beachtlich. Neben den langjährigen Vertragslaufzeiten kann Kinaxis auch durch systembedingte Wechselrisiken profitieren. Ein Systemwechsel birgt immer einige Gefahren und ist insbesondere wegen der Sensibilität laufender Prozesse unwahrscheinlich. Das Risiko wechselbedingter Produktionsausfälle /-stops nimmt niemand leichtfertig für eine nur leicht kostengünstigere Alternativlösung in Kauf.

Das allgemeine Marktwachstum verschafft Kinaxis weiteren Rückenwind. Der Markt für „global supply chain management software“ hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Marketwatch beziffert diesen mit einer Gesamtgröße von 13,8 Milliarden, der zukünftig mit einem CAGR von 5,5% p.a. wachsen soll. Die Prognose von Marketwatch kann in Relation der Schätzungen anderer Portale als recht konservativ angesehen werden. Kinaxis agiert demnach in einem positiven Marktumfeld. Kinaxis sollte durch seine innovativen Produktlösungen das allgemeine Marktwachstum schlagen können. Des Weiteren besteht auch die Möglichkeit des anorganischen Wachstums, über strategische Akquisitionen, wie erst kürzlich mit Rubikloud.

Konkurrenz

Kinaxis muss sich mit namhaften Konkurrenten durchsetzen, zu denen unter anderem folgende Unternehmen gehören:

  • Logility
  • Comarch
  • IBM
  • Infor
  • JDA Software Group
  • Oracle
  • Plex Manufacturing Cloud
  • QAD Sage
  • SAP
  • Vanguard Software

Die hohe Konkurrenzdichte zeigt sich auch in Gartners Magic Quadrant, in welchem sich Kinaxis als „Leader“ durchsetzen kann.

Magic Quadrant for Sales and Operations Planning Systems of Differentiation
Quelle: https://content.kinaxis.com/c/untitled?x=r5w_si

Um die Position von Kinaxis besser bewerten zu können, möchte ich die Definition des Gartner Leaders-Quadrant aufgreifen:

Unternehmen im Leaders-Quadrant verfügen über Marktanteile, die Glaubwürdigkeit sowie Marketing- und Vertriebsmöglichkeiten, die erforderlich sind, um die Akzeptanz neuer Technologien zu fördern. Die Unternehmen verfügen zudem über ein klares Verständnis der Marktanforderungen, sind Innovatoren und Vordenker und verfügen über detaillierte Pläne, die Kunden und Interessenten bei der Gestaltung ihrer Infrastrukturen und Strategien verwenden können. Darüber hinaus sind sie in den fünf wichtigsten geografischen Regionen präsent, bieten eine konstante finanzielle Leistung und eine breite Plattformunterstützung.

Kinaxis wird somit eine hohe Qualität und hervorragende Marktstellung attestiert. Im Leaders-Quadrant befinden sich jedoch eine Vielzahl weiterer Mitbewerber, so dass wir von einer hohen Konkurrenzdichte sprechen müssen. Mit Oracle, IBM und SAP hat Kinaxis zudem drei hoch kapitalisierte Großkonzerne, gegen die man sich durchsetzen muss. Insbesondere SAP hat im Bereich „Supply Chain Management Software“ einen erheblichen Vorsprung beim Marktanteil. In den vergangenen Jahren konnte sich Kinaxis jedoch gut im Markt positionieren, hat mit Unilever oder Procter&Gamble absolute Top-Kunden und zeigt damit, dass sich Kinaxis nicht vor der Konkurrenz verstecken muss. Die hohe Kundenzufriedenheit, was sich auch in etlichen Reviews bestätigt, untermauert die gute Marktpositionierung.

Im quantitativen Teil meiner Aktienanalyse werde ich auf die fundamentalen Kennzahlen von Kinaxis eingehen. In diesen würden sich dann auch möglicherweise vorhandene Auswirkungen durch die angespannte Konkurrenzsituation bemerkbar machen.

Management

Kinaxis wird durch John Sicard geführt, Präsident und CEO des Unternehmens. Seit über 23 Jahren ist John Sicard bereits für Kinaxis tätig, hat dabei viele unterschiedliche Bereiche durchlaufen und ist damit bestens mit dem Unternehmen und deren operativen Abläufen vertraut. Im Januar 2016 wurde Sicard mit dem Posten des CEOs betraut und hat seitdem einen sehr guten operativen track record vorzuweisen.

Mit Richard Monkman hat das Unternehmen einen weiteren sehr erfahrenen Manager, der 2005 zum Unternehmen gekommen ist und den Posten des CFO innehat. Schon vor seiner Zeit bei Kinaxis hat Monkman im höheren Management Tech-Affiner Unternehmen gearbeitet, unter anderem Nokia, SHL Systemhouse oder der ISM Corperation und verbindet so technisches Verständnis mit seinen Fähigkeiten im Bereich Finanzen.

CCO des Unternehmens ist Paul Carreiro, ebenfalls ein sehr erfahrener Manager, der in seiner Karriere viele Senior-Management-Posten bei renommierten Tech-Unternehmen wie IBM, SAP oder Infor innehatte, ehe er zu Kinaxis gewechselt ist.

Das Management verfügt insgesamt über ein sehr erfahrenes und versiertes Team, die zu einem großen Anteil bereits langjährig für das Unternehmen tätig sind. Mir gefällt es immer ausgesprochen gut, wenn auf Managementebene wichtige Positionen aus den eigenen Reihen besetzt werden. Diese kennen das Unternehmen und die individuellen Anforderungen hervorragend und sind in der Regel auch Loyal dem Unternehmen gegenüber.

Kinaxis Aktienanalyse – Quantitativer Teil

Kinaxis ist erst seit 2014 an der Börse notiert, weshalb ich nicht, wie sonst üblich, die jeweiligen Kennzahlen über einen Horizont von 10 Jahren betrachten kann. Dennoch zeigen diese sehr gut, wie sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren entwickelt hat.

Umsatz- und Gewinnentwicklung

Kinaxis Aktienanalyse: Umsatz- und Gewinnentwicklung seit 2013 grafisch dargestellt

In den vergangenen Jahren hat Kinaxis eine sehr positive Geschäftsentwicklung verzeichnen können, so wurde der Umsatz seit 2013 um durchschnittlich 21,07% per annum gesteigert. Die Stabilität des zurückliegenden Wachstums zeigt die große Nachfrage an den innovativen Produktlösungen von Kinaxis. Das Wachstum liegt zudem deutlich über dem allgemein Marktwachstum, so dass Kinaxis sukzessive Marktanteile hinzugewinnen konnte. Durch die Corona-Pandemie wurde das Wachstum noch einmal verstärkt, wie sich aus den aktuellen Quartalsberichten ableiten lässt. Im ersten Halbjahr lag das Umsatzwachstum mit 29% signifikant über dem Umsatzwachstum der letzten Jahre. Damit kann Kinaxis durchaus als Profiteur der Krise gesehen werden. Die Krise hat uns zudem gezeigt, wie wichtig digitale Geschäftsprozesse sind, weshalb ich von einer anhaltend hohen Nachfrage ausgehe.

Die Entwicklung des Gewinns ist bei Kinaxis deutlich volatiler, was jedoch kein schlechtes Zeichen sein muss. Im Gegenteil. Kinaxis hat bereits sehr früh die Profitabilität erreicht, was bei Tech-Werten nicht immer der Fall ist. Kosten für Marketing und Vertrieb können die Profitabilität schnell über Jahre hinauszögern, zugunsten eines höheren Marktanteils. Später, wenn eine dominante Marktposition erreicht wurde, stellen sich oft hohe Margen und entsprechend hohe Gewinne ein.

Kinaxis Aktienanalyse: Umsatz nach Segmenten dargestellt
Kinaxis Aktienanalyse: Umsatzwachstum der jeweiligen Segmente

Im Detail setzt sich der Großteil des Umsatzes aus angebotenen Dienstleistungen zusammen, die Unternehmen nach ihren Anforderungen buchen können. Der Bereich „Software as a Service“ macht bei Kinaxis über 50% des Umsatzes aus. Die Leistungen können jedoch auch über sogenannte Subscriptions, also Abonnements, gebucht werden. Dieser Bereich nimmt aktuell noch einen kleineren Teil des Umsatzes ein, ist im vergangenen Jahr jedoch mit beachtlichen +163% gewachsen. Hier liegt aus meiner Sicht besonders großes Potenzial. Nicht zuletzt Microsoft oder Adobe haben gezeigt, wie attraktiv Abo-Modelle auf Unternehmensebene sein können. „Professional services“ sowie „Maintaince and support“ sind für das letzte Viertel des Umsatzes verantwortlich, sind in meinen Augen jedoch eher begleitende Dienstleistungen, was sich auch an den eher mageren Wachstumsraten widerspiegelt.

Cashflows

Anhand der oberen Grafik ist ersichtlich, dass auch die Cashflows in den zurückliegenden Jahren volatil verlaufen sind. Da die Cashflows auf Grundlage des Gewinns berechnet werden, ist das jedoch nicht unbedingt verwunderlich. Wichtiger ist, dass Kinaxis nachhaltig positive Cashflows erzielt, aus denen sowohl das operative Geschäft als auch zukünftiges Wachstum finanziert werden kann. Aus meiner Sicht ist das ein ganz wichtiger Punkt.

Bilanzkennzahlen

Kinaxis Aktienalayse: Entwicklung der Bilanzsumme und Eigenkapital seit 2013

Kinaxis hat eine hervorragende fundamentale Substanz. Die Erlöse aus dem IPO in 2014 wurden genutzt, um die damaligen Verbindlichkeiten zurückzuführen und das Eigenkapital signifikant zu stärken. Seitdem konnte Kinaxis stets aus eigenen Mitteln wachsen, ohne dabei auf Fremdkapital angewiesen zu sein. Die Bilanzsumme ist in den vergangenen Jahren um durchschnittlich 42,7% per annum und ohne Ausreißer gewachsen. Mit über 200 Millionen Dollar Net-Cash in der Bilanz verfügt Kinaxis über ein hohes Maß an Flexibilität. Strategische Investitionen, wie die erst kürzlich erfolgte Übernahme von Rubikloud, können derweil ohne Probleme aus eigenen Mitteln finanziert werden. Sollte doch die Aufnahme von Fremdkapital nötig sein, dürfte das, durch die sehr gute Solidität der Bilanz, zu einem sehr guten Zinssatz möglich sein.

Profitabilität

Wie wir bereits feststellen konnten, verlaufen die Gewinne noch relativ volatil, weshalb auch die Margenentwicklung zwangsläufig einer gewissen Volatilität unterliegt. Eine Aussagekraft aus der zuletzt vielleicht negativen Entwicklung lässt sich meines Erachtens nicht ableiten. Kinaxis befindet sich gerade in einer Phase, in der Marktanteile aggressiv aufgebaut werden und viel in deren Plattform, deren Produktangebot und natürlich auch deren Marketing und Vertrieb investiert wird. Die Ausweitung des Geschäfts ist mit hohen Kosten verbunden, die sich zunächst negativ auf die Margen auswirken. Meiner Meinung nach ist es strategisch richtig, sich jetzt mit Rückenwind wichtige Marktanteile zu sichern und sich erst später, aus einer starken Marktposition heraus, auf Margenoptimierung zu konzentrieren.

Kinaxis Aktienanalyse: Entwicklung der Kostenquoten

Mit Blick auf die jeweiligen Kostenquoten wird schnell klar, woraus die Volatilität des Gewinns und damit Verbunden der Margen, resultiert. In 2016 hatte Kinaxis beispielsweise deutlich höhere Aufwendungen für Marketing und Vertrieb, in 2018 deutlich höhere Verwaltungskosten. Die prozentual steigenden Verwaltungskosten stechen leider negativ hervor, während Kosten für Marketing & Vertrieb sowie Forschung & Entwicklung nahezu konstant verlaufen sind. Die Verwaltungskosten sind demnach in den vergangenen Jahren deutlich stärker angestiegen, als der vergleichbare Umsatz über denselben Zeitraum. Verwaltungskosten bestehen zu einem Großteil aus Gehaltsaufwendungen. Fachkräfte sind insbesondere im IT-Sektor wegen des hohen Bedarfs stark umworben und so müssen Unternehmen zunehmend steigende Gehälter zahlen, um konkurrenzfähig bleiben zu können. Hier lässt sich meines Erachtens der einzige Faktor erkennen, der durch die im allgemeinen sehr hohe Konkurrenz im Tech-Sektor negativ beeinflusst wurde.

Positiv sticht meines Erachtens heraus, dass Kinaxis viel Geld in die Forschung und Entwicklung seiner Produkte investiert. Die Quote liegt über dem Branchendurchschnitt und dürfte Kinaxis nachhaltig einen technologischen Vorsprung sichern.

Die Kapitalrenditen zeigen ein ähnliches Bild, wie das der Gewinnmargen. Grundsätzlich kann man sagen, dass sich die Rentabilität bereits jetzt auf einem sehr hohen Niveau befindet. Trotz der sehr hohen Eigenkapitalquote kann Kinaxis dieses mit starken 12,2% verzinsen. 16,9% Rendite auf das Gesamtkapital ist ebenfalls kein schlechter Wert, insbesondere in Anbetracht des frühen Stadiums des Unternehmens, in der nach wie vor viel in zukünftiges Wachstum investiert wird.

Renditeerwartung

Anders als sonst üblich, werde ich dieses Mal keine Renditeerwartung veröffentlichen. Die jeweiligen Parameter sind insgesamt viel zu vage, als dass ich ein seriöses Statement dazu geben könnte. Eine Bewertung nach den herkömmlichen Bewertungsmethoden erscheint mir bei diesem Unternehmen nicht sinnvoll. Es wäre schlicht geraten, mit welchem Umsatzwachstum oder mit welchem Gewinnmultiple Kinaxis in den nächsten Jahren bewertet werden wird.

Bei Wachstumsunternehmen werden oft andere Kennzahlen in Betracht gezogen, unter anderem die Kennzahl „Enterprise Value to Sales“, doch auch diese scheint mit über 18 deutlich zu hoch. Attraktiv wäre ein Wert von 12. Kinaxis ist in den vergangenen Monaten bzw. Jahren hervorragend gelaufen, vielleicht sogar zu gut. Mir ist das Risiko auf dem aktuellen Niveau zu hoch und werde Kinaxis daher vorerst auf der Watchlist belassen und auf eine Korrektur des Aktienkurses warten. Sollte diese Korrektur erfolgen, werde ich einen sogenannten Fuß in die Tür stellen, ohne mich dann dabei auf Bewertungsparameter zu fokussieren. Allein das Geschäftsmodell, das Unternehmen an sich und die Aussichten sind dann Grund genug für einen möglichen Einstieg. Sollte die technische Lösung überzeugen, sollte sich die heutige Bewertung auf lange Sicht relativieren.

Fazit

Kinaxis ist ein spannendes Unternehmen, welches bei vielen Anlegern noch unterm Radar läuft. Dennoch hat sich der Aktienkurs in den vergangenen Monaten bzw. Jahren fantastisch entwickelt. Kinaxis spricht mit seiner cloudbasierten Plattform „RapidResponse“ produzierende Unternehmen an, die ihre Lieferketten digitalisieren und optimieren wollen. Zu den Kunden zählen namhafte Unternehmen, wie Unilever oder Procter&Gamble.

Es tummeln sich viele Unternehmen in dieser Branche, jedoch scheint sich Kinaxis hervorragend etabliert zu haben, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. In den vergangen Jahren konnte Kinaxis seine Marktanteile sukzessive ausbauen.

Die Aktie ist mir nach aktuellem Stand zu hochgelaufen, weshalb ich keinen Kauf tätigen werde. Erst nach einer erfolgten Kurskorrektur werde ich einen Fuß in die Tür setzen. Übliche Bewertungsmethoden kommen zu keinem seriösen Ergebnis. Die Aussichten, die Marktpositionierung und das Unternehmen selbst sind meiner Meinung nach jedoch eine Testposition Wert, aber eben erst nach erfolgter Kurskorrektur.

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Viele Grüße
Thorben

Thorben Grabinski

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