Depotupdate Teil 3: Meine Käufe

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Beitragsbild: Meine Käufe

Im dritten und letzten Teil meines Depotupdates möchte ich euch nun meine Käufe vorstellen, die ich im vergangenen Quartal getätigt habe. Auf der einen Seite habe ich das Fundament meines Depots mit soliden Unternehmen gestärkt, die hervorragend aufgestellt sind und sich in Krisen meist weniger volatil verhalten. Auf der anderen Seite habe ich damit begonnen, bei vielversprechenden Unternehmen, vornehmlich aus dem Tech-Sektor, erste Positionen zu etablieren. Ich bin auf eure Meinungen gespannt, die ihr gerne in einem Kommentar teilen könnt. Ich würde mich darüber sehr freuen! Die beiden vorherigen Beiträge könnt ihr hier gerne noch einmal einsehen:
Teil 1
Teil 2

Meine Käufe

Ich habe im dritten Quartal 2020 sehr viele Käufe getätigt, anders als sonst üblich. Ich habe mich deshalb dazu entschlossen, nicht jeden einzelnen Wert ausführlich vorzustellen und den Kauf zu begründen, da ich die entsprechenden Unternehmen erst kürzlich auf unserem Blog vorgestellt hatte oder einen Kauf in einem bereits veröffentlichten Depotupdate begründet habe.

Alphabet

Alphabet ist wohl jedem Investor ein Begriff, ist es doch eines der 5 größten börsennotierten Unternehmen der Welt. Den Mutterkonzern von Google haben wir bereits auf unserem Blog ausführlich analysiert – schaut euch die Analyse gerne noch einmal an. Nach der Anzahl an Aufrufen ist es eine unserer erfolgreichsten Analysen auf dem Blog. Die Gründe für meinen Nachkauf sind nach wie vor die gleichen, weshalb ich schon im vorigen Quartal gekauft habe. Alphabet ist meines Erachtens ein hervorragend positioniertes Unternehmen, das in vielen wichtigen Zukunftstrends aktiv ist und diese zum Teil sogar begründet hat. Plattformen wie Google oder YouTube sind aus unserem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken und sind insbesondere auch wegen ihrer Marktstellung äußerst profitabel. An Google oder YouTube kommt man als werbendes Unternehmen nicht vorbei. Meine bisherige Position habe ich leicht aufgestockt.

Novo Nordisk

Novo Nordisk habe ich in den vergangenen 2 Jahren zu meiner größten Position ausgebaut. Das Unternehmen besticht durch eine außergewöhnliche Marktstellung und -dominanz, eine hervorragende Bilanz und ein fachlich als auch unternehmerisch herausragendes Management. Das Management hat in den vergangenen Jahren wirklich sehr gute Arbeit geleistet und dabei die Aktionäre stets über aktuelle Entwicklungen informiert. Die Probleme aus 2016 wurden im Vorfeld kommuniziert und im Nachhinein sehr gut gelöst. Unsere Aktienanalyse über Novo Nordisk hat sich bislang als richtig erwiesen. Die operative Entwicklung hat dabei unsere positiven Erwartungen noch übertroffen. Novo Nordisk konnte seinen dominanten Marktanteil weiter erhöhen, unter anderem auch, da sich einige Mitbewerber gänzlich aus dem Diabetesgeschäft zurückgezogen haben. Bei der oralen Variante des GLP-1 Analoga, Rybelsus, hat man hervorragende Ergebnisse erzielt. Der Patentschutz läuft noch satte 10 Jahre, während die Konkurrenz noch etliche Jahre von der Marktreife eines ähnlichen Medikaments entfernt ist. Aus meiner Sicht kommt bei Novo Nordisk sehr viel Gutes zusammen, wodurch sich die etwas höhere Bewertung rechtfertigt. Meine neue Nummer 1 im Depot.

Simon Property Group

Die Simon Property Group habe ich bereits im vergangenen Quartal gekauft und diesen Kauf auch ausführlich begründet. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Kauf durchaus kontrovers wahrgenommen wird. Zum besseren Verständnis dieses Kaufs verweise ich gerne auf die von mir veröffentlichte Aktienanalyse, welche die Qualität dieses REITs aufzeigt. Für mich ist es ein sehr langfristiges Investment, das kurz- bis mittelfristig jedoch für die einen oder anderen Bauchschmerzen sorgen könnte.

British American Tobacco

Auch British American Tobacco wird von vielen Investoren kritisch gesehen, dabei liegt hier bei einer rationalen Betrachtung meines Erachtens ein hervorragender Investmentcase vor. Die Tabakbranche wird schon seit Jahrzehnten als Auslaufmodell bezeichnet, was bemessen am Volumen stimmen mag, jedoch konnte sich diese stets durch Preisanpassungen und Optimierungsprozesse operativ nach vorn entwickeln. Häufig werden auch regionale bzw. nationale Trends als Maßstab genommen und dabei außer Acht gelassen, dass in weit entfernten Ländern ganz andere Entwicklungen wahrzunehmen sind. British American Tobacco ist hervorragend im Markt positioniert und kann auch bei Produkten der neuen Generation, wie E-Zigaretten oder Snus, punkten. Das durchschnittliche Gewinnwachstum war im vergangenen Jahrzehnt zweistellig, während das Unternehmen mit einem einstelligen Gewinnmultiple bewertet wird. In der heutigen Zeit, in der jegliches Wachstum mit horrenden Gewinnmultiples bewertet wird, erscheint mir British American Tobacco als vielversprechendes Investment. Ein großes Fragezeichen war die hohe Verschuldung, nach der erfolgten Übernahme von Reynolds, allerdings wurde diese bereits in den vergangenen 1,5 Jahren reduziert. Das Management hält damit Wort, so dass ich hier meine Position weiter aufgestockt habe.

Intel

Bei Intel habe ich nach knapp 6 Jahren Haltedauer einen ersten Nachkauf getätigt. Intel hat Probleme mit der Fertigung seiner neuen 7nm Prozessoren, nachdem man bereits beim Vorgängermodell deutlich hinter dem eigenen Zeithorizont lag. Die Veröffentlichung über eine weitere Verspätung, um ein halbes Jahr, hat für einen empfindlichen Kursrutsch gesorgt. Meines Erachtens war dieser Kursrutsch völlig übertrieben, bemessen an den ansonsten sehr guten Quartalszahlen. Intel ist für mich ein sehr gutes Beispiel für ein Unternehmen, welches temporäre Schwierigkeiten hat und dadurch von der Börse mehr oder weniger komplett liegen gelassen wird. Die Bewertung ist im Vergleich zu seinen Peers erstaunlich niedrig. Eine AMD wird mit deutlich höheren Gewinnmultiples bewertet, weil diese Marktanteile von Intel gewonnen haben. AMD ist mit seiner Fertigung deutlich weiter und die Prozessoren selbst haben ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, weshalb sich diese aktuell großer Beliebtheit erfreuen. Die Chips von Intel werden jedoch nach wie vor gekauft, weil diese gerade bei schwierigeren Rechenprozessen mehr Leistung erbringen, jedoch auch, weil AMD nicht die notwendigen Produktionskapazitäten besitzt (lässt bei TSMC fertigen). Mir erscheint Intel zu günstig, in Anbetracht der sehr guten operativen Geschäftsentwicklung. Die fundamentalen Kennzahlen sind für ein solch großes Unternehmen ebenfalls sehr gut und so ist es meiner Meinung nach nur eine Frage der Zeit, dass Intel wieder vs. AMD aufholen wird. Für Intel ist es wegen der hohen laufenden Cashflows kein Problem, mit der „Elephant-Gun“ Forschungs- und Entwicklungsbudets signifikant zu erhöhen.

Automatic Data Processing

Das Unternehmen Automatic Data Processing ist der in Amerika führende Softwareanbieter rund um das Personalmanagement, insbesondere der Bereich „Payroll“ – also Dienstleistungen bezüglich Gehaltsabwicklungen. Zu den Kunden von ADP gehören sowohl kleinere Unternehmen mit gerade einmal 5-20 Mitarbeitern, als auch die größten S&P500 Unternehmen. Automatic Data Processing ist schon sehr lange am Markt, hat bei seinen Kunden eine hervorragende Reputation und konnte seine Services, unter anderem auch durch strategische Akquisitionen, stets verbessern und um sinnvolle Features erweitern. So hat ADP das Potenzial von cloudbasierten Lösungen früh erkannt und sich entsprechend positioniert. Kunden können auf einen langjährig erfahrenen Partner zurückgreifen, der die geforderten Leistungen immer erbracht und somit wichtiges Vertrauen geschaffen hat. Das ist insbesondere wegen der sehr sensiblen Daten von großer Bedeutung. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter ist mit einigen Risiken und großer Unsicherheit verbunden, weshalb Kunden tendenziell bei ADP bleiben. Die mögliche Kostenersparnis gleicht das bestehende Risiko nicht aus. Aus der Sicht von ADP ist das ein bedeutender Burggraben, der sich in den fundamentalen Kennzahlen widerspiegelt. Das Unternehmen hat eine hervorragende Substanz und wird nicht ohne Grund mit dem Credit-Rating „A“ bewertet. Dieses war in der Vergangenheit sogar noch besser, jedoch haben die nicht vorhersehbaren Risiken durch die Corona-Pandemie für ein Downgrade gesorgt. Die Bewertung ist historisch günstig, in den vergangenen 3 Jahrzehnten gab es diese Aktie nur zu zwei Zeitpunkten günstiger und dadurch habe ich mich zu einem Kauf hinreißen lassen. Die Qualität dieses Unternehmens halte ich für sehr gut und das Potenzial dürfte, bei einer sich erholenden amerikanischen Wirtschaft, weiterhin groß sein.

Diageo

Der weltweit führende Hersteller von Spirituosen, Diageo, ist durch die Corona-Krise und den in vielen Ländern durchgesetzten „Shutdown“ erheblich getroffen worden. Aus meiner Sicht handelt es sich hier um eine temporäre Schädigung und damit um eine sehr gute Gelegenheit, eine erste Position aufbauen zu können. Die Veröffentlichung der letzten Quartalszahlen hat bereits gezeigt, dass die Geschäfte bereits wieder deutlich anziehen. Beobachtet man die Menschen um sich herum, sieht man relativ gut, dass bei vielen eine Art Unruhe eingesetzt hat. Man will nicht mehr Zuhause bleiben. Man möchte wieder mit Freunden rausgehen und das Leben genießen. Für Diageo bedeutet dies, dass eine Erholung des operativen Geschäfts sehr wahrscheinlich ist. Die Bewertung von Diageo ist noch weit von den alten Hochs entfernt und so habe ich die Chance genutzt, diesen Wunschtitel endlich zu kaufen.

Qualys

Bei Qualys hatte ich erst im vergangenen Quartal eine Position eröffnet und diese nun weiter ausgebaut. Qualys hat seit dem Hoch im Rahmen der Corona-Rallye wieder deutlich an Wert verloren, was mich zu diesem Nachkauf bewegt hat. Qualys ist im Bereich der IT-Security tätig, ein Bereich, den ich aus verschiedenen Gründen nicht nicht sehr sexy finde. Qualys sticht jedoch aus vielen Unternehmen positiv heraus, unter anderem durch eine sehr hohe Profitabilität. Qualys spricht Kunden jeglicher Größe an, die ihre IT-Netzwerke schützen wollen. Viele Unternehmen haben während Corona IT-Infrastrukturen teils massiv ausgeweitet, Stichwort Homeoffice und müssen hier nun in Fragen der IT-Sicherheit tätig werden. Qualys verfolgt einen recht einfachen und benutzerfreundlichen Ansatz. Unter anderem scannt deren Software die bestehende IT-Infrastruktur auf Schwachstellen, beispielsweise fehlende Updates oder ungeschützte WLAN-Netzwerke, um vor möglichen Angriffen zu schützen. Wer durch Corona nun verstärkt im Homeoffice arbeitet, hat nicht immer einen IT-Spezialisten im Haus, bekommt durch Qualys aber dennoch Hinweise für eventuelle Verbesserungen. Letztlich ist das nur ein Auszug des gesamten Service. Was mich besonders beeindruckt ist die renommierte Kundenbasis, zu denen unter anderem auch Microsoft, Apple, Cisco oder auch IBM gehören. Wenn solch große Tech-Unternehmen bei Qualys Kunden sind, scheinen deren Produktlösungen sehr gut zu sein, birgt jedoch auch die Gefahr des potenziellen Wissensabflusses. Davon gehe ich persönlich jedoch nicht aus.

Alteryx

Ein echter Glücksgriff war bis jetzt für mich Alteryx, bei dem ich erst kürzlich, vor deren Upside-Guidance, gekauft habe. Alteryx ist in der Datenanalyse tätig und damit in einem Bereich, der immer mehr an Bedeutung gewinnt. Daten sind für Unternehmen wie Luft zum Atmen, können darüber wichtige Erkenntnisse gewonnen und künftiges Ertragspotenzial erkannt werden. Alteryx hat sich in diesem vielversprechenden Bereich bereits gut positioniert und kann auf eine breite Kundenbasis verweisen. Wie auch bei Qualys gehören die großen Tech-Konzerne zu deren Kunden, was meines Erachtens die Produktqualität unterstreicht. Die Besonderheit bei Alteryx ist eine sehr intuitive und einfache Bedienung derer Tools, womit die aufbereiteten Daten potenziell mehr Mitarbeitern zugänglich ist. Man muss quasi kein Informatikstudium abgeschlossen haben, um deren Software zielführend bedienen zu können. Alteryx bereitet die Daten sorgfältig und diese können wiederum nach den unterschiedlichsten Kundenbedürfnissen angezeigt und veranschaulicht werden. Da ich persönlich nicht weiß, wer am Ende das Rennen in der Datenanalyse machen wird, habe ich bei Alteryx eine eher kleine Position eröffnet und werde diese voraussichtlich auch erst einige Zeit halten, bevor ich diese möglicherweise ausweiten werde.

Performance

Zum Schluss möchte ich euch natürlich noch meine Performance mitteilen. Diese liegt zum Jahresbeginn bei -7,2%. Damit bin ich nicht zufrieden. Durch meine angepasste Depotstrategie bin ich jedoch zuversichtlich, bald wieder bessere Ergebnisse erzielen zu können.

Fazit

Beim Schreiben dieses Beitrags ist mir aufgefallen, wie viele Käufe ich eigentlich im vergangenen Quartal getätigt habe. Das kann und wird sich in den nächsten Quartalen mit Sicherheit nicht wiederholen, da ich mit der jetzigen Depotaufstellung sehr zufrieden bin und ich in Zukunft lediglich die jeweiligen Sparraten investieren werde. Bemessen an den aktuellen Bewertungen erscheint mir selbst das fraglich.

Mich freut ganz besonders, dass viele meiner getätigten Käufe bereits erste Erfolge verzeichnen konnten. Ganz besonders eine Alteryx, die erst kürzlich ihre Guidance angehoben haben, worauf der Aktienkurs mit einem signifikanten Anstieg reagiert hat. Die Position ist bereits 30% ins Plus gelaufen, nach nur wenigen Wochen seit meinem Kauf.

Hinweis: Schaut gerne auch auf Facebook in unserer Junge-Investoren-Community vorbei, die nun schon über 100 Mitglieder zählt. Tausche dich dort direkt mit anderen Investoren über vielversprechende Investments aus oder hole dir spannende Ideen und Anregungen.

Viele Grüße
Thorben

Thorben Grabinski
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