Corona-Krise: so gehen wir damit um!

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Das Corona-Virus hält derzeit die Welt in Atem und wirkt sich auch in Deutschland auf unser aller tägliches Leben aus. Noch wurde kein Mittel gegen das Virus gefunden und so lässt sich noch nicht absehen, wie lange dieser Ausnahmezustand anhalten wird. Viele haben Angst um ihre Gesundheit oder der ihrer Familienangehörigen. Andere haben Angst um ihre Jobs oder gar ihre Existenz. Die Regierung plant massive finanzielle Hilfen und muss nun beweisen, dass unser Sozialstaat funktioniert. In diesem Beitrag schreiben wir darüber, wie wir selbst direkt betroffen sind, wie wir das Geschehen an den weltweiten Aktienmärkten bewerten und wie wir unbeschadet aus der Corona-Krise gehen wollen.

So sind wir betroffen

Felix

Glücklicherweise ist in meinem Umfeld bisher niemand an dem Virus erkrankt, da auch in meinem Bekanntenkreis einige Personen zu den Risikogruppen zählen. Persönlich versuche ich so wenig wie nötig das Haus zu verlassen, um den allgemeinen Empfehlungen zur Reduzierung der sozialen Kontakte nachzukommen, damit besonders Risikogruppen dadurch geschützt werden können.
Auch beruflich wirkt sich dies schon seit zwei Wochen auf meine Tätigkeit aus, da ich nun in meiner Tätigkeit als Berater aus dem Homeoffice für den Kunden arbeiten darf. Anders als in anderen Branchen ist mein Beruf in den nächsten Monaten somit voraussichtlich nicht direkt betroffen.

Allgemein betrifft meine größte Sorge die wirtschaftliche Situation. Viele vorher gesunde Unternehmen und Betriebe mussten innerhalb kürzester Zeit ihren Betrieb einstellen und haben auf der anderen Seite laufende Fixkosten. Ähnliches trifft auf ihre Mitarbeiter oder den vielen Selbstständigen zu, die teilweise leider nur begrenzte finanzielle Reserven haben. Bisher habe ich jedoch das Gefühl, dass sämtliche Verantwortliche in Deutschland dieses Problem frühzeitig erkannt haben und unter Hochdruck an Lösungen arbeiten, die selbstverständlich zuerst koordiniert und abgesprochen werden müssen.

Thorben

Der Corona-Virus hat sich bereits merklich auf mein gewohntes Umfeld ausgewirkt, so wurden zunächst sämtliche öffentlichen Auftritte meines Orchesters abgesagt. Im Zuge der sich verschärfenden Prävention wurde später auch der tägliche Probenbetrieb eingestellt, da die Ansteckungsgefahr unter 50 Musikern auf kleinem Raum zu groß gewesen wäre. Seit einer Woche bin ich nun vorerst auf Abruf Zuhause. Ich habe das große Glück, als Musiker eine feste Anstellung bei der Bundeswehr zu haben und muss so keine Angst um meine Existenz haben, wofür ich sehr dankbar bin. Auf Abruf bedeutet, dass ich als Soldat, der ich auch als Musiker bin, jederzeit zur Verfügung stehe, sollte die Bundeswehr im Rahmen von Amtshilfe in der Corona-Krise zum Einsatz kommen.

Privat erlebe ich die Corona-Krise mit ganz gemischten Gefühlen. Mir persönlich geht es gesundheitlich gut, bin selbst kein angehöriger der vielzitierten Risikogruppe und muss mir auch aus finanzieller Sicht keine Sorgen machen. Auf der anderen Seite habe ich einige Familienmitglieder, die wegen Vorerkrankungen einem höheren Risiko ausgesetzt sind, weshalb ich mir oft Gedanken um deren Gesundheit mache. Das wird vermutlich vielen von euch so gehen und so kann ich für uns alle nur hoffen, dass bald ein Mittel gegen das Virus gefunden wird. Bis es soweit ist meide ich soziale Kontakte, um meiner Verantwortung nachzukommen und niemanden zu gefährden.

Panik vermeiden

S&P 500 Chartverlauf des letzten Jahres und Auswirkung der Corona-Krise

In den letzten Wochen ging es an den weltweiten Börsen turbulent zu und so haben globale Indizes teils massive Kursverluste verzeichnen müssen. Die Börse nimmt wirtschaftliche Entwicklungen in der Regel vorweg, weshalb der MSCI-World, der von vielen Kapitalanlegern als Benchmark herangezogen wird, von seinem Hoch im Februar knapp 1/3 an Wert verloren hat, in derer Größenordnung auch Dow-Jones und S&P 500 verloren haben. Für die Kürze der Zeit sind das erhebliche Ausmaße, die es in der Börsenhistorie bislang nur selten gegeben hat und damit die Angst und Verunsicherung der Anleger widerspiegeln.

Dow Jones Chartverlauf des letzten Jahres und Auswirkung der Corona-Krise

Ruhe bewahren

Es ist wichtig nun die Ruhe zu bewahren und sich nicht von der Panik aus dem privaten Umfeld anstecken zu lassen oder diese auf die Börse zu übertragen. Mental ist diese Situation mit Sicherheit belastend, jedoch sollte man an der Börse nicht aus der Emotion heraus handeln, was gleichermaßen für Euphorie als auch Angst gilt. So bewahren wir uns davor möglicherweise Entscheidungen zu treffen, die wir im Nachhinein bereuen könnten oder uns viel Geld kosten.

Bewertung der Situation

Damit wir klare Entscheidungen treffen können bedarf es zunächst der Bestandsaufnahme und Bewertung der jeweiligen Situation. Dabei gilt zu prüfen, welche Auswirkungen das Corona-Virus unmittelbar auf mich hat. Ist mein Job möglicherweise gefährdet und damit meine finanzielle Sicherheit? Habe ich ausreichend Rücklagen gebildet, um für einen gewissen Zeitraum fehlendes Einkommen zu überbrücken? Es ist äußerst wichtig, dass wir zunächst im privaten Umfeld Sicherheit haben respektive schaffen, ehe wir auf unser Aktiendepot schauen. Haben wir diese Sicherheit im privaten Umfeld geschaffen, reagieren wir bei unseren Anlageentscheidungen gleich viel gelassener und können im nächsten Schritt das Risiko unseres Aktiendepots bewerten.

Risikoeinschätzung

Für weitere Anlageentscheidungen ist es von großer Bedeutung, die eigene Risikotoleranz zu kennen. Es würde beispielsweise wenig Sinn machen weiteres Geld in Aktien zu investieren und Nachkäufe zu tätigen, wenn man bereits mit den kürzlich erfolgten Kursverlusten zu kämpfen hat und nachts nicht mehr schlafen kann. Der Einsatz war dann gegebenenfalls zu hoch oder die Titelauswahl respektive Asset-Allocation zu offensiv gewählt. Wichtig ist, weiteres Handeln durchdacht und mit Rücksicht der eigenen Risikoeinschätzung abhängig zu machen.
Auch unsere Aktiendepots haben in den letzten Wochen deutlich an Wert verloren, worauf wir uns jedoch bereits über viele Jahre mental eingestellt haben. An der Börse kommt es immer wieder durch unterschiedliche Auslöser zu Verwerfungen, dessen wir uns im Vorfeld bewusst gewesen sind und entsprechend unser Risiko angepasst haben.

Langfristig denken

Watchlist erstellen

Nachdem man sich seiner Risikotoleranz bewusst geworden ist und auch die vorigen Aspekte erfüllt, können weitere Schritte überlegt werden. Wir haben uns in den vergangenen Jahren eine Watchlist hochwertiger Unternehmen angelegt, von denen wir bereits einige für euch auf unserem Blog analysiert haben. Viele Top-Unternehmen haben in den vergangenen Wochen an Wert verloren, die unter Umständen temporäre Umsatz- oder Gewinnrückgänge haben werden, langfristig jedoch vielversprechendes Potenzial bieten. Seid euch darüber im Klaren, in welche Unternehmen ihr langfristig investieren wollt und erstellt eine Watchlist.

Chancen nutzen

Nun gilt es Chancen zu erkennen und wahrzunehmen, insbesondere auf Sicht der nächsten Jahre. Wir möchten euch hier gerne ein Beispiel nennen, bei dem wir beide erst kürzlich nachgekauft haben und auch in Zukunft weiterhin kaufen werden, sollte die Bewertung attraktiv bleiben.

Es geht um das erst kürzlich von uns analysierte Unternehmen Alphabet. Wir haben Alphabet bereits seit vielen Jahren unter Beobachtung, jedoch war uns die Bewertung immer zu teuer, respektive das Chancen- Risikoverhältnis zu unausgewogen. Nun hat auch Alphabet durch die Corona-Krise an Wert verloren, was durch die direkten Auswirkungen auf Alphabet begründet ist. Es wäre denkbar, dass Firmen ihre Werbebudgets kürzen oder sogar ganz streichen und damit Alphabet Umsatz- respektive Gewinnrückgänge verzeichnen muss. Alphabet ist jedoch gut finanziert, hat unter Berücksichtigung sämtlicher Finanzverbindlichkeiten eine Netto-Liquidität von über 100 Milliarden Dollar, so dass Alphabet vermutlich unbeschadet durch die Krise kommen wird und Umsatzausfälle leicht kompensieren kann, sofern diese so deutlich ausfallen sollten. Nachdem die Krise ausgestanden ist werden Unternehmen wieder über höhere Werbebudgets verfügen und Alphabet wird als Monopolist 1:1 am Aufschwung mitverdienen. Daraus ergibt sich für uns jetzt eine Chance, günstig in ein hervorragendes Unternehmen einsteigen und langfristig von deren Entwicklung profitieren zu können. Zudem besteht für Alphabet die Möglichkeit seinen Ruf durch ihre MedTech-Tochter Verily oder ihre Kooperation mit den Regierungen bei den Datenauswertungen zu verbessern, was künftig für Umsätze sorgen könnte. Dieser Punkt ist jedoch äußerst schwer messbar.

Genau solche Unternehmen gilt es unserer Meinung nach zu identifizieren, da diese auch in Krisenzeiten fest in unserem täglichen Leben verwurzelt sind.

Historische Performance

Langfristiger Chart des S&P 500 seit 1900
Quelle: Traderfox

Um sich noch einmal zu vergegenwärtigen, welche Auswirkungen Krisen bislang im langfristigen Kontext auf Aktienmärkte hatten, möchten wir euch ein Poster von Traderfox vorstellen, auf der man die Entwicklung des S&P 500 seit 1900 sehen kann.
Seit 1900 gab es viele temporäre Krisenherde, welche die Aktienmärkte zum Teil erheblich einbrechen ließen und doch wurden im Durchschnitt langfristig positive Renditen erzielt. Wenn man sich dessen bewusst wird und selbst langfristig denkt, tun aktuelle Kursverluste nicht unbedingt weniger weh, es hilft einem jedoch seine Emotionen im Griff zu behalten, in dem Wissen, dass sich die Aktienmärkte nach der Corona-Krise wieder erholen werden. Vielleicht nicht im nächsten Jahr, vielleicht auch nicht in 2-3 Jahren, sicherlich aber auf Sicht der nächsten Dekade.

Fazit

Wie anfangs erwähnt betrifft der Corona-Virus wohl mittlerweile jeden von uns in irgendeiner Art und Weise. Die Entwicklung der Erkrankungen, sowie die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen sind bisher kaum abzuschätzen. Deswegen können wir jedem nur empfehlen sich an die Richtlinien der Bundesregierung und der eigenen Behörden zu halten, damit wir dieses Virus in den Griff bekommen können.

Mit Blick auf das eigene Depot haben wir für uns die oben genannten Schritte definiert und folgend zusammengefasst:

Junge Investoren - 5 Schritte, wie du durch dein Verhalten in Krisenzeiten bestehst.

Wir bleiben also weiterhin ruhig, überlegt und langfristig orientiert und hoffen, dass ihr mit uns zusammen diese Krise privat als auch beruflich gut übersteht. Lasst euch von der Informationsflut sowohl bei Depotentscheidungen als auch bei anderen Themen nicht verunsichern und bleibt euch und eurer Strategie treu!

Folgt uns gerne auch auf Instagram oder tretet unserer Facebook Community bei, in der ihr Fragen zu unseren Analysen und Beiträgen stellen oder eure Depots diskutieren könnt.

Thorben Grabinski
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Felix Alexander Müller

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